Rechtsanwältin & Strafverteidigerin Manon Heindorf

Manon Heindorf


Erpressung § Räuberische Erpressung

 


Erpressung, § 253 StGB

Überblick

Der Duden definiert eine Erpressung als eine Forderung, die von Drohungen oder Gewaltmaßnahmen begleitet wird. Hier ist also bereits die negative Konnotation deutlich, die sich durch einen Blick in das deutsche Gesetz untermauern lässt. Als Teil des Strafrechts regelt das Strafgesetzbuch, was eine Erpressung kennzeichnet und welche Strafe ihr zugeordnet ist. § 253 StGB findet sich im 20. Abschnitt, der die Raub- und Erpressungsdelikte beinhaltet.

Voraussetzungen

Diese Norm setzt voraus, dass eine Person durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, einer Duldung oder einem Unterlassen genötigt wird. Die Nötigung muss ursächlich für einen Vermögensschaden beim Genötigten oder einem Dritten sein, gleichzeitig muss der Täter sich oder einen Dritten zu Unrecht bereichern wollen.

Unter einer Drohung versteht man das „Inaussichtstellen“ eines zukünftigen Übels, auf dessen Eintritt der Drohende vorgibt Einfluss zu haben. Die Drohung ist dabei auf die Einschüchterung des Opfers gerichtet. Ob der Erpresser das angedrohte Übel tatsächlich verwirklichen kann oder will, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist lediglich, dass das Opfer die Drohung ernst nimmt und der Bedrohte ihre Verwirklichung für möglich hält. Der Täter muss damit keine tatsächliche körperliche Gewalt aufwenden, sondern es reicht aus, wenn das Opfer genau dies befürchtet. Auch wenn der Täter mit einem Übel droht, dass er gar nicht realisieren kann besteht die Möglichkeit, dass es sich hierbei ebenfalls um eine Drohung im Sinne des § 253 StGB handeln: Voraussetzung ist lediglich, dass der Bedrohte den Eintritt der angekündigten Handlung für möglich hält.

Als Übel gilt jeder Nachteil und jede Einbuße an Werten. Empfindlich ist ein Übel dann, wenn es mit einiger Erheblichkeit verbunden ist und der der Bedrohte dadurch motiviert wird sich entsprechend dem Täterverlangen zu verhalten. Beispiele für ein empfindliches Übel sind etwa körperliche Gewalt, Tötung oder Verletzung von Tieren, Zerstörung wertvoller Gegenstände, sonstige wirtschaftliche Nachteile wie der Verlust des Arbeitsplatzes oder wichtiger Kunden.


Auch eine Strafanzeige oder die Publikmachung kompromittierender Informationen gilt als empfindliches Übel.

Der erpresserische Akt muss rechtswidrig sein. Dies ist gemäß § 253 Abs. 2 StGB dann der Fall, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. Die Unrechtsbewertung bildet eines der Hauptprobleme der Nötigung und der Erpressung. Maßgeblich ist dabei, ob das eingesetzte Nötigungsmittel im Verhältnis zum damit angestrebten Zweck rechtlich verwerflich ist. Das ist dann der Fall, wenn ein Verhalten sozial unerträglich ist und wegen seines grob anstößigen Charakters sozialethisch in besonderem Maße zu missbilligen ist. 

Neben diesen Elementen ist außerdem das Vermögen bzw. der Vermögensschaden prägend für die Erpressung. Denn im Strafrecht ist eine Erpressung per Definition die Nötigung eines anderen, die durch ein Bereicherungsstreben getragen wird. Ziel der Handlung ist die Preisgabe fremder Vermögenswerte. Es handelt sich also um ein Vermögensverschiebungsdelikt, da bestimmte Werte von einer Person zu einer anderen verschoben werden.

Straferwartung

Das Strafmaß für die Erpressung liegt bei einer Freiheitsstraße von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. Die Erpressung kann jedoch auch einen höheren Strafrahmen nach sich ziehen, wenn ein besonders schwerer Fall vorliegt. Dann droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von nicht weniger als einem Jahr. Eine solche erschwerte Form findet bei gewerbs- oder bandenmäßiger Begehung Anwendung.

Verteidigung

Nach der Beauftragung nimmt der Rechtsanwalt für Strafrecht zunächst Akteneinsicht und macht sich ein Bild von den Vorwürfen und der Beweislage. INach abschließender juristischer Bewertung wird eine gemeinsame Verteidigungsstrategie erarbeitet und besprochen. 

 



Räuberische Erpressung, §§ 253, 255 StGB

 

Eine räuberische Erpressung gemäß §§ 253, 255 StGB liegt vor, wenn jemand eine Erpressung durch Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohung mit Gewalt begeht. 

Nach Ansicht des BGH ist der Raub ein Sonderfall der räuberischen Erpressung. Die mit Gewalt oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben genötigte Person duldet die Wegnahme einer Sache durch den Räuber. Ob es sich um einen Raub oder um eine räuberische Erpressung handelt, bestimmt der BGH anhand des äußeren Tathergangs. Nimmt der Täter die Sache weg, liegt ein Raub gemäß § 249 StGB vor. Zwingt der Täter den Genötigten dazu, ihm die Sache zu geben, liegt eine räuberische Erpressung vor.

Der Täter muss überdies mit der Absicht handeln, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen, stoffgleichen Vermögensvorteil zu verschaffen.

Straferwartung

Der Täter einer räuberischen Erpressung ist gleich einem Räuber zu bestrafen, demzufolge mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, deren Vollstreckung bei einem Ersttäter mit positiver Sozialprognose zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Auch bei einer räuberischen Erpressung kann sich die Mindeststrafandrohung aber durch das Vorliegen besonderer Umstände auf drei, beziehungsweise fünf Jahre erhöhen. 


Verteidigung

Da es sich bei der räuberischen Erpressung ebenso wie beim Raub um ein Verbrechen handelt, haben Sie das Recht, sich einen Pflichtverteidiger zu wählen, den das Gericht Ihnen sodann beiordnet. Sie sollten demzufolge keinesfalls warten, bis das Gericht Ihnen irgendeinen Verteidiger beiordnet, vielmehr sollten Sie sich immer bemühen, den für Sie "passenden" Rechtsanwalt selbst zu finden und auszuwählen, denn Sie sollten sowohl im Hinblick auf die Verteidigungsstrategie als auch im Hinblick auf menschliche Gesichtspunkte gut mit Ihrem Strafverteidiger harmonieren. 
Nach der Beauftragung nimmt der Rechtsanwalt für Strafrecht zunächst Akteneinsicht und macht sich ein Bild von den Vorwürfen und der Beweislage. Insbesondere wird geprüft, ob die Sache mit Zueignungsabsicht weggenommen und ein qualifiziertes Nötigungsmittel dafür eingesetzt wurde. Möglicherweise kommt danach bereits in Betracht, dass Raub oder räuberische Erpressung ausscheiden, da es an der Zueignungsabsicht und/oder an der finalen Verknüpfung zwischen Nötigungsmittel und Wegnahme. Nach abschließender juristischer Bewertung wird eine gemeinsame Verteidigungsstrategie erarbeitet und besprochen.




Geht Ihnen eine polizeiliche Vorladung zur Vernehmung zu, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie mich bitte umgehend unter 0201 43359064 oder füllen Sie nebenstehendes Kontaktformular aus.

E-Mail
Anruf
Karte
Infos
Instagram