Rechtsanwältin & Strafverteidigerin Manon Heindorf

Manon Heindorf


Anklageschrift 


Erhebt die Staatsanwaltschaft im Strafverfahren Anklage, so wird diese dem Gericht zugestellt. Mit Eingang der Anklageschrift beginnt das sog. Zwischenverfahren. Der einst Beschuldigte ist sodann Angeschuldigter, bis über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden worden ist. Bevor es jedoch zur Hauptverhandlung kommt, wird dem Strafverteidiger und dem Angeschuldigten die Anklageschrift durch den Richter im Strafverfahren zugestellt. Die Anklage informiert Sie sodann über den Ihnen von der Staatsanwaltschaft gemachten Vorwurf. 

Für eine Stellungnahme  wird Ihnen in der Anklageschrift sodann eine grundsätzlich sehr kurze Frist gesetzt. Hier sollten Sie sich nun nicht vorschnell dazu hinreißen lassen, eigenmächtige Stellungnahmen zum Tatvorwurf abzugeben, auch wenn dies eine Fristversäumung bedeutet. Im schlechtesten Fall verschlimmern Sie damit Ihre Situation, wenn Sie nicht zuvor über eine Verteidigungsstrategie mit Ihrem Anwalt gesprochen haben. Denken Sie daran, dass Ihnen das Recht zusteht, zu schweigen, und dass dieses Schweigen Ihnen auch nicht nachteilig angelastet werden darf. 

Der Strafverteidiger kann im Strafverfahren sodann (sollte er zuvor im Ermittlungsverfahren noch nicht von Ihnen beauftragt worden sein) eingreifen und nach Akteneinsicht durch Anträge die Eröffnung des Hauptverfahrens verhindern. Insbesondere wenn es um Rechtsfragen geht, kann der Strafverteidiger im Zwischenverfahren mit guten Argumenten erreichen, dass die Anklage nicht oder nicht im vollen Umfange eröffnet wird. Ebenfalls kann der Strafverteidiger mit Beweisanträgen auf den Akteninhalt einwirken und ggf. auch im Zwischenverfahren noch auf eine Einstellung des Verfahrens hinwirken. Hier wird aber nahezu zwingend eine umfassende und profunde Stellungnahme der Verteidigung nötig sein, denn ansonsten liegen lediglich die (meist einseitigen) Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zugrunde.


Die Erfolgsaussichten auf eine Rücknahme der Anklage oder eine (teilweise) Nichteröffnung des Hauptverfahrens sind insbesondere dann hoch, wenn der Staatsanwaltschaft den Angeschuldigten entlastende Beweise nicht bekannt waren, durch die sich eine ganz andere Beweislage darstellt, oder wenn sich der Sachverhalt durch die erstmalige Einlassung des Angeschuldigten gänzlich ändert.

Die Eröffnung des Hauptverfahrens kann nach entsprechendem Vortrag durch den Verteidiger aber auch daran scheitern, dass Prozessvoraussetzungen – sei es aus tatsächlichen, sei es aus rechtlichen Gründen – nicht sicher nachgewiesen sind. 

Falls Ihnen ein Verbrechen zur Last gelegt wird oder ein anderer Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt, wird Ihnen das Gericht mit Zustellung der Anklage eine Frist setzen, innerhalb derer Sie einen Verteidiger Ihrer Wahl benennen können. Dieser Verteidiger wird Ihnen dann als Pflichtverteidiger beigeordnet, was bedeutet, dass die Staatskasse seine Kosten übernimmt. Falls Sie innerhalb der Frist nicht selbst einen Verteidiger benennen, wird das Gericht einen Pflichtverteidiger für Sie bestimmen.

Da der Staat Ihnen gegenüber aufgrund seiner bereits fortgeschrittenen Ermittlungen zunächst im Vorteil ist, sollten Sie sich einem Strafverfahren nicht alleine stellen sollten. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, müssen Sie Ihre Rechte genau kennen und sich darauf verlassen können, dass Ihr Rechtsvertreter diese Rechte auch durchsetzten kann. Sollte also Anklage gegen Sie erhoben worden sein, so ist anzuraten, nunmehr die Hilfe eines Strafverteidigers in Anspruch zu nehmen, denn der Zustellung der Anklageschrift folgt regelmäßig die Eröffnung des Hauptverfahrens vor Gericht, die Terminierung einer gerichtlichen Hauptverhandlung steht also bevor.

Sollten Sie eine Anklageschrift erhalten haben, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie mich unter: 0201 43359064 oder füllen Sie nebenstehendes Kontaktformular aus.


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